Die reduzierte, lichte Installation F1 besteht aus 35 einzelnen Begriffen, die über einen Videobeamer nacheinander in jeweils weißem Feld auf eine Wand projiziert werden. Sie benennen Orte aus einem demokratischen als auch zentralistischen Gesellschaftssystem. Zusammen mit einem über Eck angeordneten Dia-Standbild wird ein Beziehungssystem Wort und Bild aufgebaut. Während die Begriffe typischer Einrichtungen einer Großstadt wie Amt, Rathaus, Museum, Stadion, Zoo, Mahnmal, Fabrik usw. benennen, sind auf dem Dia drei auf einem Sockel stehende Fahnen ohne Flaggen vor weißem Hintergrund zu sehen. Fahnen/Flaggen im öffentlichen Raum gehören zu jenen Symbolen, die für die Identitätsstiftung stehen. Indem der örtliche Bezug vollständig ausgeblendet wird, offenbart sich der Modellcharakter. Die fehlenden Flaggen geben dem Betrachter die Möglichkeit, über die Begriffe eigene Bedeutungen zu entwerfen. Somit ist F1 (F wie Funktion oder Fahne) vorallem ein Denk-Bild, das über Erinnerungsbilder gesellschaftliche Ereignisse visualisiert.
Die Installation war im Begleitprogramm zur Biennale Venedig in der Ausstellung "Schools of Art" der Galerie d'Arte Modern e Contemporanea in Bergamo/Italien zu sehen.

1997, Video-, Diainstallation (dimension variable)